Physiologischer Fingerprint im Weinbau
Der Endbericht zum Projekt Physiologischer Fingerprint im Weinbau wurde 2011 approbiert.
Wesentliche zentrale Fragestellungen des Projekts werden in der Arbeitsgruppe Sustainability in Viticulture and Pomology [Leitung Dr. K. Schoedl] in Zusammenarbeit mit bisherigen Projektpartnern weiter verfolgt.
Projektziele
Ziel des Projektes ist es, der österreichischen Weinwirtschaft ein System zur Verfügung zu stellen, das den physiologischen Status der Rebe messbar und Einflüsse von Qualitätsmanagement oder Stress auf die Pflanzenvitalität und Traubenqualität und in weiterer Folge auf die Weinqualität quantifizierbar macht. Die Entwicklung dieses Messsystems umfasst die simultane Erfassung mehrerer physiologischer Komponenten, die zu einem Physiologischen Fingerprint kombiniert werden. Erfasste Daten werden statistisch analysiert und ermöglichen nach einer geeigneten Kalibrierung die Klassifizierung des beprobten Weinbergs. In der Endversion soll der physiologische Fingerprint aus drei Komponenten bestehen: der biochemischen Ebene zur konkreten Erfassung von Schlüsselenzymen und Metaboliten korreliert mit der Qualität, der funktionalen Ebene mit Daten zur physiologischen Aktivität der Pflanzen und der genetischen Ebene mit Hinweisen auf die Exprimierung von Genen essentieller, qualitätsbestimmender Faktoren, deren Translationsebene nicht detektierbar ist.
Der Physiologische Fingerprint ist angewandte Forschung und für die Weinbaupraxis konzeptioniert. Bei der Entwicklung des Physiologischen Fingerprints werden etablierte Methoden und neue Techniken (Metabolic Profiling, funktionelle und biochemische Analysen) kombiniert. Die Kombination der Techniken setzt eine intensive wissenschaftliche interdisziplinäre Zusammenarbeit mehrerer Forschungseinrichtungen voraus. Der Physiologische Fingerprint kann als Werkzeug des Qualitätsmanagements dienen, indem Effekte des Weinbergmanagements direkt quantifiziert werden; er kann dazu dienen, geeignete Parameter zu definieren, um Stresseinflüsse (z.B. physiologische Krankheiten) im Frühstadium zu detektieren. Im Idealfall entsteht durch das beantragte Forschungsprojekt ein Prognosesystem. Der Physiologische Fingerprint kann als Kontrolle für die Effizienz von induktiven Systemen (z.B. Wuchsstoffe) auf die Qualität dienen und ein innovatives and präzises Werkzeug zur Ermittlung der physiologischen Reife sein. Vorhersagen der Traubenqualität bereits in frühem Vegetationsstadium erlauben gegebenenfalls Korrekturen. Aktualität erfährt diese Thematik bei variablen Umweltbedingungen und Veränderungen im Weinbaumanagement. Dieser Informationsvorteil erlaubt schnellere Entscheidungen als bisher. Um eine Übertragung der Forschungsergebnisse in die Praxis in kurzer Zeit zu ermöglichen, wird die Probennahme im Weingarten stattfinden und nicht wie bisher auf in-vitro-Modellen basieren.